Angetestet: Ford Fiesta ST 2013

Das der aktuelle Ford Fiesta ein Selbstläufer ist dürfte klar sein, dass von dem sportlichen Ford Fiesta ST seit März 2013 allerdings schon 3000 Stück bestellt wurden hat mich wirklich gewundert. Der kleine Flitzer beschleunigt von 0 auf 100 in 6,9 Sekunden, schafft eine Höchstgeschwindigkeit von 220 km/h und soll im Verbrauch sparsamer geworden sein.

Ich bin den neuen Ford Fiesta ST heute einmal kurz gefahren, zu kurz für einen Fahrbericht, aber einen ersten Eindruck konnte ich schon gewinnen. Kommen wir nun also zu den typischen “Angetestet”-Fragen:


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Was ist das für ein Typ?

Ein kleines Kraftpaket! Der 1,6 Liter Ecoboost-Benzinmotor hat 182 PS unter der Haube und sorgt mit einem Drehmoment von 240 Nm (kurzzeitig 290 Nm dank Overboost). Die Werte klingen gut, oder? Besser klingt der kombinierte Verbrauchswert von 5,9 Litern den man bestimmt erreichen kann, aber vermutlich nicht erreichen will. Das in Lava-Rot lackierte Testfahrzeug war mit einem 6-Gang Getriebe ausgestattet. Kurze und vor allem knackige Schaltwege machen die richtige Gangwahl zum Vergnügen.

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Kann ich mich darin sehen lassen?

Für einen Kleinwagen bietet er einige optische Highlights ohne den Proll-Faktor zu überreizen. Große Lüftungsöffnungen vorne, Heckspoiler, Seitenschweller, doppelte Auspuffanlage und rote Bremssättel hinter den formschönen 7,5 x 17″ Alufelgen. Die Front erinnert mich etwas an einen Aston-Martin, was in dem Fall natürlich als Kompliment gemeint ist.

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Ist er praktisch und familientauglich?

Zwei Türen und eine hohe Ladekante sprechen gegen die Familientauglichkeit. Der Kofferraum ist allerdings gar nicht so klein. Mit einem Volumen von 281 Litern schluckt er vermutlich 3 kleine Reisetaschen oder halt den typischen Einkauf. Ein Kinderwagen dürfte dort allerdings fehl am Platze sein.

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Höhepunkt?

Die beheizten Recaro-Sitze! Herrlich! Ich saß schon in reinrassigen Sportfahrzeugen deutlich schlechter und vor allem nicht so hochwertig. Damit der Fahrer einen kühlen Kopf behält gibt es eine Klimaanlage und weil Rennfahrer viel trinken müssen gibt es ausreichend Becherhalter und Ablagen. Das Fahrzeug hängt verdammt gut am Gas, bringt die Leistung ohne Probleme auf die Vorderachse.

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Tiefpunkt?

Das Display vom Infotainmentsystem, in der Größe ist es meiner Meinung nach einfach nicht mehr zeitgemäß. Gegen Aufpreis gibt es da aber wohl Abhilfe. Die Tatsache, dass es keine Gurthöhenverstellung gibt muss ich auch noch kurz erwähnen.

ford-fiesta-st-2013-lenkrad-schaltknauf-innenraum

Kann ich Ihn mir leisten?

Los geht es bei ca. 20.000 Euro, das Testfahrzeug hatte einen Preis von 23.370 €. Dafür gab es dann aber auch schon das Lederpaket, die beheizbare Frontscheibe (absolute Kaufempfehlung!), den Tempomat und das Keyless-Go System! Unter der Motorhaube versteckt sich natürlich auch ein dezenter Hinweis auf die leistungstechnische Überlegenheit.

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Fazit?

ST = Spaßiger Tag! Der Ford Fiesta ST ist ein kleiner Kurvenräuber, schiebt selten über die Vorderachse, bringt die Leistung gut auf die Straße und bereitet wirklich Fahrfreude. Sein Revier sind die Serpentinen, sein Klang (trotz Sound-Composer im Innenraum) allerdings nicht mörderisch. Im Innenraum stört mich die Bedienung vom Infotainmentsystem, das ist für mich persönlich einfach zu überfrachtet, weniger ist da mehr.

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