Fahrbericht – Test – Kritik: 2013 Bentley Continental GTC W12

Das Fahrzeug, mit einem Wert von ca. 220.000 Euro, stand auf einmal vor meiner Tür. Damit ist dieses Fahrzeug das teuerste Fahrzeug was ich hier in Bielefeld getestet habe. Mit dem 6.0 Liter W12 BiTurbo-Aggregat war der Bentley gleichzeitig das Fahrzeug mit dem größten Hubraum. Downsizing? Gibt es hier nicht, hier wird Hubraum nur durch noch mehr Hubraum ersetzt.

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Die 575 PS bzw. die 700 Nm beschleunigen die 2,5 Tonnen in 4,8 Sekunden und ein paar Momente später durchbricht das Fahrzeug nicht nur die 100 km/h, die 200 km/h sondern auch die 300 km/h Schallmauer. Dabei könnte man davon ausgehen, dass der Motor die Zylinderräume ausschließlich mit Super+ Kraftstoff kühlt. Beim Verbrauch hat man schnell zweistellige Werte und vorne steht keine 1 mehr, aber hey – in der Preisklasse wäre alles andere vermutlich auch eine Beleidigung für die Zielgruppe.

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Das mehrlagige Stoffdach ist ein Highlight, ruhig ist es im Innenraum und per Knopfdruck verschwindet dieses Dach einfach in seiner Schatztruhe. Darunter befindet sich ein Kofferraum, der für den Wochenendtrip reichen dürfte. Normalerweise fällt es mir schwer, bei Fahrzeugen in dieser Preisklasse Kritik zu üben, doch beim Continental GTC gibt es da in der Tat zwei, drei Punkte.

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Doch bevor ich euch damit langweile gibt es hier das Ausfahrt.TV Video zum Bentley Continental GTC W12, der übrigens, entgegen der Bezeichnung,  auf Pirelli Reifen angerollt kam:

Kritikpunkt Nr. 1: Wer hat denn die Schaltwippen fest an der Lenksäule befestigt? Die sind nicht, so wie man es kennt, am Lenkrad, sondern sind dort montiert, wo auch die Blinker- und Scheibenwischerhebel angebracht sind. Das heißt: Die Schaltwippen drehen nicht mit, wer also runterschalten möchte, z.B. vor einer Kurve, muss die Hand von der bevorzugten Lenkradstellung nehmen.

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Kritikpunkt Nr. 2: Das Infotainmentsystem. Ich gebe zu, da bin ich verwöhnt. Das Soundsystem selbst klingt auch sehr gut, doch das Touchscreen-Display vermittelt mir kein “Bentley-Feeling”. Es fühlt sich, man mag es mir verzeihen, an wie eine “günstige Kopie von einem Apple-Produkt”. Wie ein Touchpad mit einer Folie über dem Display, irgendwie nicht richtig. Bei geöffneten Dach und entsprechender Sonneneinstrahlung ist die Ablesbarkeit auch eher suboptimal.

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Kritikpunkt Nr. 3: Bei den Assistenzsystemen bieten inzwischen Kleinwagen aus Fernost mehr, das ist einfach nicht State of the Art. Gerade eine 360° Kamera hätte dem Fahrzeug gut gestanden und vermutlich auch das Einparken erleichtert und auch die Konzernimporteure von VW haben inzwischen mehr Sicherheitsfeatures an Bord (ein Tempomat mit Radar-Abstandshalter z.B.)

Eventuell sind das alles auch gar keine Kritikpunkte, eventuell ist es sogar so gewollt. The British Way of Life? Steigt man nämlich erst mal in den Continental GTC, dann vergisst man schnell die Sorgen, macht sich keine Gedanken und freut sich bereits auf die nächste Fahrt am Morgen. Die Sitze sind wohlgeformt, das Leder hochwertig verarbeitet, das Fahrwerk ausgesprochen komfortabel und die Automatik? Die arbeitet perfekt! Optisches Highlight im Innenraum? Die Breitling Uhr! Endlich könnte man sich auch den passenden Pedant zur geliebten Armbanduhr in die Garage stellen, sofern der Bentley in die Garage bzw. zum Geldbeutel passt.

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Luxus: Gurtbringer! Man steigt ein, bekommt den Gurt gereicht, drückt den Startknopf und fühlt sich wie ein Popstar, ein Rockstar oder wie ein anderer cooler Typ. Da ist es auch egal, dass ein gewisser Herr Geissen ebenfalls so ein Fahrzeug fährt. Darüber sieht man hinweg, schließlich ist die Gefahr, dass man zwei Bentley GTC auf einmal sieht im normalen Straßenverkehr ziemlich gering.

bentley-continental-gtc-w12-2013-test-fahrbericht-kritik-fotos-video-jens-stratmann-bentley-blog-gurtanreicherBei zu geringen Temperaturen gibt es eine Nackenheizung, die Sitze verfügen natürlich über eine Massagefunktion und eine Sitzheizung gibt es hier natürlich auch. Die Klimaanlage sorgt auch bei heißen Außentemperaturen für einen kühlen Kopf.

bentley-continental-gtc-w12-2013-test-fahrbericht-kritik-fotos-video-jens-stratmann-bentley-blog-spiegel

Cabrio fahren ist ein Lebensgefühl, das kann man nicht beschreiben. Mit einem Bentley Cabriolet ist das noch mal eine Steigerung, vermutlich auch wegen dem Mythos. Die Tatsache, dass man hier VW-Teile in diesem Fahrzeug wiederfindet, spielt in der Mythos-Geschichte eigentlich keine Rolle und nun zeige ich euch die Seite von dem Fahrzeug, die man zumindest auf der Autobahn nur ganz kurz sehen wird, wenn der Bentley Continental GTC W12 Fahrer es darauf anlegt. Seht ihr die Endrohre? Sie haben die gleiche Form wie die LED Rückleuchten – das ist Design! Das ist automobile Kunst! Das ist Bentley! Stil und Eleganz, Luxus und Lifestyle, sicherlich nicht perfekt – aber wer ist das schon? Wer frei ist von Fehlern, der werfe nun den ersten Stein trifft er den Bentley bekommt er es mit mir zu tun ;).

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