Probefahrt: Mercedes-Benz E 300 BlueTEC HYBRID

Alle guten Dinge sind drei! Nach der aktuellen M-Klasse und der S-Klasse kommt jetzt natürlich die E-Klasse. Besser gesagt der Mercedes E 300 BlueTEC HYBRID den ich als T-Modell gefahren bin. Mercedes-Benz hatte zu einer Fahrveranstaltung eingeladen und so durfte ich den neuen Reihen-Vierzylinder-Diesel Motor mit Direkteinspritzung in Verbindung mit dem 20 kw Elektromotor live erleben und ich muss gestehen: Segeln macht Spaß!

Der E 300 Hybrid ist ein ganz normales Fahrzeug, der Diesel Motor ist bekannt, leistet 204 PS und 500 Nm. Das Highlight steckt im Detail, denn zusätzlich zu dem Diesel-Motor (CDI) ist ein Elektromotor verbaut. Dieser kann bis zu einer Geschwindigkeit von 160 km/h das Segeln ermöglichen. Keine Angst, dafür muss man nicht erst einen Mast auf die E-Klasse bauen und die Segel setzen, dafür reicht die Technik. Der herkömmliche Verbrennungsmotor bleibt öfters einfach aus, so zum Beispiel beim Rangieren, beim Einparken oder halt beim so genannten Segeln. Dbaei schaltet der Verbrennungsmotor (bei Geschwindigkeiten unter 160 km/h) ab und die gewünschte Geschwindigkeit wird allein durch den E-Motor konstant gehalten. Das funktioniert so lange bis die Batterie nachgeladen werden muss oder aber bis der Fahrer wieder stärker beschleunigen möchte.

Ich habe es drauf angelegt und bin eine Distanz von 17 km relativ zügig auf der Autobahn gefahren, natürlich nach dem Schubbetrieb. Sprich die Batterie war dank der Rekuperation (der Rückgewinnung) voll geladen. Hier ist das Resultat:

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Gestehen muss ich allerdings, dass ich hier mir auch die Umgebung zu Nutze gemacht habe, natürlich ging es viel bergab und ich musste nur leicht beschleunigen, bzw. die Geschwindigkeit halten. Das macht bei der Probefahrt sicherlich mal Spaß, jedoch sind solche Werte natürlich nicht der Standart. Der Tagesbestwert bei der Fahrveranstaltung war ein kompletter, durchschnittlicher Verbrauch von 4,5 Liter auf 100 km, also gar nicht so weit entfernt von dem NEFZ Wert der 4,2 Liter verspricht.

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Das Segeln hat mich also begeistert, durch die direkte Information an den Fahrer wird hier übrigens der Spritsparer geweckt, denn man versucht dann natürlich schon seine eigenen Werte zu unterbieten. Der Elektromotor hat allerdings noch weitere Vorteile, so unterstützt der E-Motor auch den Verbrennungsmotor beim Überholvorgang. Hier gibt es dann zusätzliches Drehmoment, kann also als Boost-Funktion beschrieben werden.

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Die Batterie muss übrigens nicht extra geladen werden, das passiert vollautomatisch. Durch die Rückgewinnung der Bewegungsenergie. Ich mach es mal kurz: Bremsen ist eine negative Art der Beschleunigung. Durch die Rekuperation nimmt man die Energie, wandelt diese um und speichert diese in der Hochvoltbatterie. Gar kein großes Hexenwerk, keine Zauberei, sondern “einfach” nur der Fortschritt. Ziel von Daimler war es die komplette Flotte effizienter zu machen, das haben die Entwickler und die Ingenieure geschafft. Der E 300 BlueTec Hybrid übertrifft die Leistung und konnte den Kraftstoffverbrauch senken und ist dabei natürlich ein ganz normales Fahrzeug mit sehr hohen Sicherheitsansprüchen. Das neue Modell ist als Limousine und als T-Modell verfügbar. Die beiden Modelle sollen im Juni 2012 auf den Markt kommen.

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Auf den ersten Blick erkennt man die Unterschiede übrigens nicht, doch wer genau hinsieht wird hier die technischen Modifikationen feststellen.

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Der E-Motor sitzt übrigens zwischen dem Dieselmotor und dem 7G-Tronic Getriebe, kommt mit einem Bauraum von 65 mm aus und auch die Batterie benötigt nicht viel Platz. Rechnet man alles zusammen kommt man auf ein Mehrgewicht von knapp 100 kg, welches allerdings durch die Vorteile aufgewogen wird. Am Juni 2012 sollen die Fahrzeuge ja beim Händler stehen, eine Probefahrt ist hiermit ausdrücklich empfohlen und wer weiß, event. unterbietet ihr ja meinen Zwischenverbrauch von dem ersten Foto?!

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Dafür gebe ich euch dann noch einen Geheimtipp: Ihr könnt auch mit “verstärktem Rückwind segeln”. Das geht ganz einfach, ihr nehmt das Fuß vom Gas, der Verbrennungsmotor schaltet ab und dann zieht ihr das rechte Schaltpedal zu euch (+). Dadurch wird die Rekuperationsleistung reduziert, der Wagen rollt freier und verzögert weniger. Ideal für lange Bergabfahrten oder beim Heranfahren an Ampeln, Kreuzungen oder dem Stauende. Ihr seht schon, Mercedes-Benz gibt den Fahrern hier ein Fahrzeug an die Hand was vieles kann, der Fahrer darf aber weiterhin entscheiden was er möchte und bleibt Chef im Ring – und das gefällt mir ausgesprochen gut!

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11 Gedanken zu „Probefahrt: Mercedes-Benz E 300 BlueTEC HYBRID

  1. Toller Bericht und ein wirklich tolles Auto. Leider im Moment und auch wahrscheinlich in Zukunft nicht meine Preisklasse! Ich bin hoffe das VW demnächst mal was in der Art präsentiert…

  2. Pingback: Oldtimer-Revier
  3. Ist das Hybridmodul eine Mercedes Eigenentwicklung? Wieviel Drehmoment leistet der E-Motor und wie hoch ist der Energiegehalt der Hochvoltbatterie? Ist das Serviceintervall des E 300 wie bei normalen E-Klassen?

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