Buch-Tipp und Geschenk-Idee für Autofahrer: Lockruf des Südens – Unterwegs auf der Bundesstraße 3

Autobücher und Geschenkideen für Autofahrer gibt es ja wie Sand am Meer, aber ein Buch über eine Bundesstraße? Über eine Bundesstraße in Deutschland? Über die Route 66 in den USA! Ja, das hätte ich noch verstanden. Aber über die B3? Zugegeben: Ich bin auch schon mal über die B3 gefahren, aber ein Bildband rauszubringen über die Bundesstraße 3? Auf die Idee wäre ich nie gekommen! Wolfgang Groeger-Meier aber. Zusammen mit weiteren Autoren entstand das Buch: Lockruf des Südens und auf über 193 Seiten geht es nicht nur um den Asphalt, sondern auch um menschliche Geschichten, um die Orte entlang der Route und vor allem um Sehnsucht und Heimat, aber auch um Fernweh und Motoren: Der Lockruf des Südens! Unterwegs auf der Bundesstraße 3: 

Ich selbst kenne Wolfgang als Fotograf, aus dem Grund habe ich ihn gebeten ein paar Fragen zu beantworten.

Ein Buch über die Bundesstraße 3?

Es gibt viele Bücher und Bildbände über Autos, jetzt hast du aber ein Buch über die Bundestraße 3 herausgebracht, wie kam es dazu?

Die Bundesstraße 3 kenne ich schon lange. In der Nähe der B3 bin ich aufgewachsen und bin oft auf der Bundesstraße gefahren, wenn auf der Autobahn nach Hamburg ein Stau war. Die langen Alleen in der Lüneburger Heide, die alten Hotels und Tankstellen fand ich schon immer spannend und sehr vielversprechend.
Nach meinen Reisebüchern über Traumstraßen in Frankreich (Route Nationale 7 von Paris an die Cote d´Azur – Buch „In die Sonne, in die Ferne“) und dem Italienbuch über die Straßen der Mille Miglia wollte ich mal sehen, ob es in Deutschland auch eine Traumstraße gibt.

Die B3 führt von Buxtehude bis nach Weil am Rhein, 755 Kilometer lang ist diese Bundesstraße. Hast du bei deiner Tour einen neuen Lieblingsort gefunden?

Entlang der B3 habe ich viele Lieblingsorte entdeckt, oder neu entdeckt. Das ist im Norden die Lüneburger Heide, die ich noch aus der Schulzeit kenne. Südlich von Hannover sieht das Calenberger Land im frühen Morgenlicht ein bischen wie Südfrankreich aus. Das Leinebergland, Göttingen Kassel, Fritzlar, Marburg waren Neuentdeckungen auf der B3 Reise. Die Bergstraße im herbstlichen Abendlicht ist großartig. Besonders gut hat es mir im Markgräflerland gefallen. Die Region zwischen Freiburg und Basel ist traumhaft und immer eine Reise wert.

In den 50er Jahren war die Bundesstraße 3 die gefährlichste Fernstraße in Deutschland, ist dir auch etwas gefährliches passiert?

Glücklicherweise ist mir – oder uns auf der Fahrt nichts gefährliches passiert. Bei den vielen Unfallmeldungen bin sehr froh, dass wir die Reisen auf der B3 entspannt genießen konnten.


Welche Geschichte ist dir ansonsten noch auf bzw. an der B3 widerfahren, die du nicht vergessen kannst?

Es sind immer wieder Begegnungen mit Menschen, die wir entlang der B3 getroffen haben. Das Auto weckt viele Erinnerungen, das Interesse an der Reise war und ist groß. Es sind die kleinen Geschichten, die groß sind. Viele erzählen uns, daß sie früher auch einen 02er BMW hatten, dann wurde die Familie größer und es wurde ein anderes Auto gekauft. Oder ein Kumpel hatte einen 02, das war immer das Traumauto.

Großartig war auch die Begegnung mit Frau Flor in Bad Nauheim. Frau Flor hat Elvis Presley in Bad Nauheim fotografiert und uns sehr lebendig davon erzählt. Elvis lebte Ende der 1950er Jahre in Bad Nauheim und fuhr zum Militärdienst nach Friedberg – über die B3.

Nun hast du ja viele Fotos von der B3 in deinem Buch, kannst du meinen Lesern dein Lieblingsfoto zeigen? Warum ist es genau dieses Foto geworden und wie hast du es erstellt?

Mein Lieblingsfoto ist ein Bild der Allee bei Pattensen, kurz nach Sonnenaufgang fotografiert im Juni 2017.

Ich bin um 4 Uhr aufgestanden, von Hannover aus die B3 in Richtung Süden bis zur Allee gefahren. Ich musste einen günstigen Moment abpassen, in dem kein Auto auf der Straße war, so hatte ich mir das Bild vorgestellt, so ist es auch geworden. Für mich drückt das Foto Sehnsucht nach dem Süden, nach Sonne und Ferne aus, gleich ins Auto setzen wollen und sofort in den Süden losfahren.

Ich weiß, dass viele meiner Leser auf den berühmt berüchtigen “Blick hinter die Kulissen” stehen. Du bist ja Profi-Fotograf, wir haben uns schon oft auf Veranstaltungen getroffen, erzähl doch mal womit du fotografierst. Was ist wichtiger? Ein gutes Auge oder eine gute Kamera?

Ich habe mehrere Kameras, mit denen ich abwechselnd fotografiere: Canon EOS, Fuji X-Pro 2 und Sony A9. Am liebsten ist mir oft die Fuji X-Pro 2, weil sie unscheinbar aussieht, klein und schnell ist und sehr gute Fotos macht. Das Auge und der Moment, der Blick für die Menschen und die Dinge sind besonders bei Reportagen oft wichtiger als die Perfektion.

Jetzt ist dein Buch über die B3 ja fertig und bestellbar, was liegt als nächstes an? Ein Buch über die A2?

Es gibt viele Reiseprojekte, die ich gerne realisieren möchte und so viele Traumstraßen, auf denen ich gerne fahren würde. In Deutschland, in Frankreich in ganz Europa gibt es so viel zu entdecken. Viele Autos reizen mich damit eine neue Tour zu starten. Die nächste Reise kommt bestimmt und wird wieder eine Überraschung.

Vielen Dank für das Interview!

Danke Jens!

So, wenn ihr nun auch Lust bekommen habt auf ein etwas anderes Auto-Buch, oder ihr auf der Suche seit nach einem Geschenk für Autofahrer bzw. für Anwohner in der Nähe der B3, dann empfehle ich euch das Buch. Achtung! [Werbung|Anzeige|Amazon-Ref.-Link]: hier bestellen oder zum gut sortierten Buchhandel gehen und es dort bestellen. Unterstützt gerne die kleinen Buchhändler, ich mag den Geruch von gedruckten Büchern und fände es schade, wenn man die in der Zukunft nur noch bestellen könnte.

Fotos: © Wolfgang Groeger-Meier

Anzeige|Werbung