2020 Ford Focus ST Fahrbericht

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Der 2020 Ford Focus ST ist 4,39 Meter lang und inkl. Außenspiegel gerade einmal 1,98 Meter breit. Dabei ist das Fahrzeug 1,46 Meter flach. Der Radstand beträgt 2,70 Meter und der Wendekreis wird mit 11,3 Meter angegeben. Bei einer Bodenfreiheit von 12 cm muss man hier und dort schon mal aufpassen, damit man sich die formvollendete Frontverkleidung vorne nicht kaputt macht.

Dieses Fahrzeug kauft man sich nicht wenn man möglichst sparsam bzw. effizient von A nach B fahren möchte, dieses Fahrzeug ist dafür gedacht den Weg zum Ziel zu machen, ein Fluchtmobil aus dem Alltag, ein Auto für die Landstraße und die Rennstrecke, dem man aber eine hohe Alltagstauglichkeit bescheinigen kann.

Kommen wir zum Herzstück. Ein 2,3 Liter 4-Zylinder EcoBoost Motor mit einer Leistung von 206 kW – sprich 280 PS. Zwischen 3.000 und 4.000 Umdrehungen in der Minute steht ein maximales Drehmoment von 420 Nm an der Kurbelwelle an. Die maximale Leistung hat man bei 5.500 Umdrehungen! Wenn alles nach Plan läuft und man sich schnell genug durch die 6-Gänge schaltet, dann beschleunigt dieses Fahrzeug innerhalb von 5,7 Sekunden auf 100 km/h und katapultiert dann weiter bis zu einer Höchstgeschwindigkeit von Tempo 250 km/h. Angetrieben wird bei diesem Fahrzeug die Vorderachse.

Dank seiner wählbaren Fahrmodi “Normal”, “Rutschig”, “Sport” und “Rennstrecke“ kann man den Focus ST per Knopfdruck nachschärfen. Das interaktive Fahrwerksystem wurde mit einer elektronischen Dämpferregelung kombiniert, die die Federungseinstellungen kontinuierlich anpasst und eine hervorragende Fahrdynamik gewährleistet.

Das elektronisch geregelte Vorderachs-Sperrdifferenzial, witziger Weise eLSD genannt, wurde dazu entwickelt, um im Ford Focus ST eine hervorragende Leistung und gleichzeitig auch eine hohe Stabilität zu bieten. Das System analysiert kontinuierlich Daten von diversen Sensoren und kann innerhalb von Millisekunden die Drehmomentaufteilung zwischen den Antriebsrädern anpassen. Dies verbessert natürlich die Traktion und auch die Stabilität deutlich – zum Beispiel beim Herausbeschleunigen aus Kurven. Unterm Strich bedeutet das auch: Bessere Zeiten, höhere Kurvengeschwindigkeiten und mehr Spaß hinterm Volant.

Der NEFZ-Verbrauch wird mit 7,9 Liter Angegeben, wir haben einen kombinierten CO2-Ausstoß von 179 Gramm pro Kilometer und ob ich diesen Wert erreicht habe, erfahrt ihr im Fahreindruck.

Ich habe mich gestern tatsächlich mal kurz temporär dabei erwischt, den Tempomaten auszuprobieren. Das Fahrzeug verzögerte selbst als er ein Verkehrschild entdeckt hatte auf die zulässige Höchstgeschwindigkeit und beschleunigt danach auch wieder, als das Tempolimit vorbei war. Teil-Autonom in Parklücken kurbeln kann der Ford Focus ST auch, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass ihr nun andere Dinge erfahren wollt.

Der drehfreudige 2.3 Liter 4-Zylinder hängt dermaßen gut am Gas, er bleibt stets neutral und lässt sich präzise steuern. Die Lenkung selbst ist nicht gerade leichtgängig, ich muss recht viel Kraft aufwenden um gegenzulenken, aber das ist Geschmacksache: Für manche muss ein sportliches Fahrzeug so sein, ich mag es lieber leichtgängiger. Das Lenkrad selbst ist mir auch etwas zu groß, aber das ist ebenfalls Geschmacksache.

Präzise ist die Lenkung aber und die verbaute Bremsanlage ist fein dosierbar und zeigte auch nach mehreren Bremsversuchen eine hohe Standfestigkeit. Das Fahrwerk selbst ist die ganze Zeit sportlich straff, für schnellere Autobahnfahrten empfehle ich den normalen Modus. Bei Sport wird es straffer, im Rennstrecken-Modus wird man zum Kopfnicker. Das manuelle 6-Gang Handschaltgetriebe überzeugt durch perfekte Kraftanschlüsse und einer präzisen Führung, allerdings sind mir persönlich die Schaltwege noch nicht kurz genug, aber das ist nun wirklich jammern auf sehr hohem Niveau. Apropo, hin und wieder spürt man natürlich die Antriebskräfte im Lenkrrad und auch die Fahrbahnmarkierungen im Popometer, genau so muss es doch sein, oder?

Kommen wir um Verbrauch. Ich bin den Ford Focus ST gemäßigt mit einem Verbrauch zwischen 8 und 10 Liter gefahren, bei viel Fahrspaß und einer leeren Autobahn waren es 16,8 Liter. Da wird der Tankwart zum besten Freund, dankenswerterweise muss man hier ja keinen Tankdeckel abdrehen, sondern kann direkt so lostanken, das spart Zeit.

Preislich geht es los ab 32.200 Euro, unser Fahrzeug kostet knapp 39.000 Euro. Dafür bekommt man ein alltagstaugliches Fahrzeug, welches man dann auch durchaus mal die ein oder andere Runde auf der Rennstrecke scheuchen kann. Unter uns: Ich bin schon viele, teurer Fahrzeuge gefahren, die hatten mir weniger Fahrspaß bereitet.

Warum trage ich Handschuhe? Das Video wurde am Anfang der Corona Pandemie aufgenommen, wir hatten uns “freiwillig” dazu verpflichtet Handschuhe zu tragen, wir wissen nun auch das dieses “falsch” gewesen ist. Dennoch, es werden noch einige Videos mit Handschuhe folgen.