Fahrbericht Audi R8 etron – der Wagen von Iron Man bzw. Tony Stark

Ein Fahrbericht über ein Fahrzeug welches es so vermutlich niemals geben wird. Eigentlich paradox, oder? Doch beim Audi R8 etron geht es nicht nur um den Elektroantrieb, es geht um Zukunftsmusik die da gespielt wird und ich denke Audi wollte einfach mal zeigen was technisch so möglich ist. Es ist also ein serienreifes Fahrzeug, welcher nun als Technologieträger unterwegs ist. Das hat doch auch was, oder? Außerdem durfte Tony Stark damit in Iron Man 3 eine Runde drehen…

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Was kann der Audi R8 etron?

Zügig aus der Kurve beschleunigen! Schuld sind die beiden Elektromotoren die sich jeweils um ein Hinterrad kümmern. In sportlichen Kurven hält der R8 etron die Spur! Der Fachmann spricht vom Torque Vectoring. Ich versuche euch das nun mal anschaulich zu erklären. Wenn ein Rad mehr Kraft benötigt als das andere, bekommt dieses Rad einfach mehr Drehmoment zugeteilt. In Kurven z.B. läuft das Kurvenäussere Rad stets einen Ticken schneller und sorgt damit für ausgezeichnete Fahrleistungen und stets eine gute Traktion. Das Heck dreht sich quasi mit in die Kurve ein und das funktioniert sogar in ganz schnellen Kurven. Das ESP kann man nicht komplett ausstellen, doch in der Sporteinstellung lässt es schon so einiges zu und ja, man kann das Fahrzeug hinten auch kontrolliert ausbrechen lassen (wenn man das denn möchte).

Mit einem Gewicht von 1780 Kilogramm ist der Audi R8 etron kein Leichtgewicht, eigentlich kein Wunder bringt die Batterie doch 577 kg auf die Waage. Der Rest des elektrischen Sportwagen besteht dann aus den Stoffen aus dem Motorsportträume sind: Carbon und weitere leichte Werkstoffe wie Titan oder Aluminium. Der R8 etron verfügt mit einer Leistung von ca. 380 PS und 820 Nm über ausreichend Kraft um dieses Geschoss zu beschleunigen. Laut NEFZ-Wert sind über 200 km rein elektrisch möglich, ich möchte aber jede Wette eingehen, dass ich den Akku ebenfalls in 2 Runden Nordschleife in seine Grenzen bringen würde (so wie beim Nissan Leaf übrigens auch geschehen). Apropos Nordschleife: Markus Winkelhock hat bereits im Juni 2012, also vor fast genau einem Jahr, mit dem Audi R8 etron schon zwei Bestzeiten in den Asphalt gebrannt. 8:09,099 – Nordschleife – ein Wert für Serienfahrzeuge mit Elektroantrieb, nun eine Kleinserie wurde ja hergestellt, da wollen wir mal nicht so genau hinsehen, oder? Die zweite Zeit war 16:56,966 für 2 Runden (ob danach wohl der Akku leer war?).

Warum kommt dieser R8 etron nicht auf die Straße?

Eventuell liegt es am SLS e-Cell, der nicht nur über mehr Leistung, mehr Drehmoment sondern auch über eine höhere Endgeschwindigkeit verfügt. Während der Audi R8 etron bei 200 km/h “zu macht” kann der Elektro SLS Tempo 250 erreichen. Rein technisch wäre die Geschwindigkeit für den R8 etron übrigens auch kein Problem. Es könnte aber auch an den immer noch hohen Batteriepreisen liegen oder einfach an der Tatsache, dass so ein Fahrzeug vermutlich querfinanziert werden müsste und der Hersteller dieses nicht möchte.

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Den R8 etron (der übrigens nun auch über die Landesgrenzen durch den Film Iron Man 3 bekannt wurde) muss sich also mit einem Fahrzeug messen lassen, den es auf dem Markt gibt und dank vier Elektromotoren gerade in Sachen Vortrieb, Straßenlage, Sportlichkeit eine Benchmark gesetzt hat. Übrigens behaupte ich auch bei diesem Fahrzeug, dass nach 2 Runden Nordschleife der Akku leer ist. Vorsprung durch Technik? Durchaus, denn wie oben schon gesagt werden wir einige Teile aus dem Audi R8 etron auch in anderen Fahrzeugen von Audi wiederfinden, da bin ich mir ziemlich sicher.

Einen Wert bin ich euch noch schuldig! 4,2 Sekunden! Innerhalb von 4,2 Sekunden beschleunigt der Audi R8 etron von 0 auf 100, das übrigens (leider) nicht ganz geräuschlos. Audi hat dem etron einen Soundgenerator verpasst der sich (leider) nicht abschalten lässt. Hier haben die Kollegen in Stuttgart auch an die Fahrer gedacht, die keinen Sound wollen, was man Audi aber lassen muss: Der Klang ist vollkommen in Ordnung und nicht aufdringlich. Im Innenraum harmoniert der künstlich erzeuge Motorenklang nahezu mit dem Geräusch vom Planetengetriebe und den Abrollgeräuschen der Reifen.

Video:

Interessant: Auch wenn der Audi R8 etron optisch gesehen (natürlich) dem R8 ähnelt, sind nur 9 gleiche Bauteile bei der Karosserie verbaut und auch der Spoiler entfällt beim elektrischen Mobil gänzlich. Es gibt hinten “nur” noch eine Abrisskante. Ein glatter Fahrzeugboden und weitere aerodynamische Verbesserungen sorgen für einen cw-Wert von 0,27! Das liegt sicherlich auch daran, dass zahlreiche Öffnungen geschlossen, also gecleant worden sind.

Was sind die technischen Highlights von denen wir in der Zukunft vermutlich noch mehr hören bzw. sehen werden?

Vor zwei Jahren saß ich mal auf einer GFK-Feder, im Audi R8 etron ist diese nun verbaut. GFK als Werkstoff der Zukunft? Na, warum denn nicht? Gerade beim Thema Gewichtsersparnis dürfte der leichte Werkstoff (der viel günstiger ist als Carbon) seinen Trumpf ausspielen und ja, ich bin mir ziemlich sicher, dass es früher oder später GFK Federn auch in herkömmlichen Autos geben wird, schließlich reden wir hier über Massen. Bis zu 40% wiegen diese Federn nun weniger und da kann man doch durchaus von einem Gewichtsvorteil sprechen.

GFK ist bei Federn übrigens nicht ganz neu, zahlreiche Fahrzeuge sind schon mit GFK Blattfedern ausgerüstet. Audi prescht nur bei den Schraubenfedern nach vorne. Neben dem Vorteil der Gewichtsersparnis ist GFK natürlich auch gegen Wasser imun. Rosten kann da nichts mehr.

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Ein weiteres Highlight ist der digitale Rückspiegel. Eigentlich nichts anderes als eine Kamera im Heck und ein flaches AMOLED (Active Matrix Organic Light Emitting Diode) Display in einer Größe von 6,8 Zoll. Vorteile: Ein besonders großes Sichtfeld und natürlich auch eine lichtempfindliche Kamera. Das Bild wird aufbereitet, sprich Kontrast angepasst, teilweise nachgeschärft oder einfach etwas heller belichtet. Ist das die Zukunft und das Ende vom herkömmlichen Innenspiegel? Für mich persönlich schon und ich könnte mir auch digitale Außenspiegel vorstellen.

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Alle gute Dinge sind drei? Beim Audi R8 etron sind mir die Felgen ins Auge gefallen. Die 19″ Felgen (die natürlich mit rollwiderstandsoptimierten Reifen in den Größen 225/35 und 275/35 ausgestatten waren) haben Lamellen. Durch die Fliehkraft schließen diese sich bei Geschwindigkeiten ab 50 km/h und öffnen sich wieder wenn man langsamer unterwegs sind. Audi nennt diese Felgen “aktive Aero-Räder” und natürlich bringt diese Technik einen aerodynmischen Vorteil. Den cw-Wert beinflusst diese Technik in dem Fall mit einem Wert von 0,02 doch ich sehe da ganz andere Vorteile. Man könnte durch die Aero-Felgen optische Highlights setzen (im Stand) die dann während der Fahrt sich aus aerodynamischen Gründen verabschieden und somit dann auch Kraftstoff sparen (bei herkömmlichen Fahrzeugen mit Verbrennungs-Motor).

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Kommen wir zu den technischen Daten vom Audi R8 etron:

Leistung: 2 x 140 kW = ungefähr 380 PS
maximales Drehmoment: 2 x 410 Nm = Systemdrehmoment = ca. 820 Nm
Batteriekapazität: 48,6 kWh
Reichweite (NEFZ Wert): 215 km
v/Max: 200 km/h (abgeregelt)
Länge: 4,43 Meter
Höhe: 1,25 Meter
Breite (inkl. Außenspiegel): 2,02 Meter
Radstand: 2.65 m
Leergewicht: 1.780 kg

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Tja, einen Preis kann ich euch leider nicht nennen. Bedenke ich, dass der Mercedes SLS Electric Drive einen Preis von etwas über 400.000 Euro hat, wäre vermutlich auch der Audi R8 etron für die meisten von uns unerschwinglich gewesen. Es sei denn, man heißt Tony Stark und rettet im Iron Man Anzug die Welt. Die Vorteile der Elektromobilität liegen derzeitig noch nicht im Preis, sondern einfach an der andersartigen Fortbewegung. Man hat das Drehmoment von Anfang an, es gibt keine Kraftunterbrechung und durch die Möglichkeiten der individuellen Ansteuerung der Elektromotoren hat man ein ganz anderes Fahrgefühl. Mit dem Audi R8 etron bin ich durch die Straßen von Berlin gefahren und durfte ihn ein paar Runden über eine Art Teststrecke (auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof in Berlin) scheuchen. Was soll ich sagen? Schade, dass er so nicht auf den Markt kommt? Ein Traum aus Carbon. Kritikpunkte: Nur ein Becherhalter, kein Einklemmschutz bei den elektrischen Fensterhebern, keine Schminkspiegelbeleuchtung und in den Kofferraum passt auch nur ein Kabinen-Trolley bzw. 2 Kisten Malzbier. Na? Gemerkt? Kritikpunkte zu finden war wahrlich schwer, denn so ein Fahrzeug beschleunigt sich innerhalb von wenigen Sekunden direkt in das automobile Herz.

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13 Gedanken zu „Fahrbericht Audi R8 etron – der Wagen von Iron Man bzw. Tony Stark

  1. Es wird ja nicht nur der SLS ED gebaut !
    Auch der Porsche 918, LaFerrari, McLaren P1,….werkeln mehr oder minder erstarkt mittels E-Motor(en).

    Aber bei Audi darf es für die Serie im Sortiment ergänzend lieber ein Q 1, 2,….8…

    PS: Tony Stark steht der Acura sowieso besser ;o)

  2. Elektronische (Innen-)Rückspiegel, die hätten tatsächlich mehr als nur ihren technischen Reiz.
    Ganz pragmatisch, sie müßten kaum bei Fahrerwechsel verstellt werden. Deren Blickwinkel ist konstant !
    Allein morgens/abends, irgendwann anders, ich justiere ständig nach. Weil doch nicht mm-genau gleich sitzend. Und schon ist mind. der allzu schmale Innenrückspiegel zu tief/hoch.
    Weil er ja auch gerade nur so das Heckfenster “einrahmt”….(seufz).

  3. Nicht abschaltbarer geräusch Emulator?? Schwachsinn sondergleichen..
    Ich fahr ampera und bin trotz Geräuschlosigkeit noch nie überhört worden…

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