Opel Ampera E – bringt er die Elektromobilitätswende?

Alter Name, neues Auto – Opel Ampera E. Ok, ok. Der Name ist nicht gänzlich alt, er hat schließlich ein “E” angehängt bekommen. Aber dennoch verknüpft man, sofern man etwas autoaffin ist, den Namen Ampera grundsätzlich mit der Elektrifizierung bei Opel. Zurecht: Das neue Modell steht wieder unter Strom – allerdings ausschließlich. Verfügte der Vorgänger noch über ein Hybrid-Antriebs-Konzept, fährt der neue Opel Ampera E nur eingleisig. Deshalb passt der Namenszusatz durchaus.

Opel Ampera E

Andererseits wäre für das erste Elektroauto, das Opel tatsächlich auf die Straße bringen will, vielleicht ein etwas einfallsreicherer Name schön gewesen. Ampera ist bekannt und mit einem Ruf behaftet. Mit dem eines Hybriden und vor allem mit dem eines Opel, der auf Chevrolet-Basis in Europa nie wirklich erfolgreich war. Ich wäre ja für Opel Blitz gewesen. Wegen Strom, Hochspannung, Blitz-Zeichen, Markenemblem und so weiter – Ihr versteht schon. Aber bei der Namensgebung ist GM ohnehin nicht gerade vom Glück verwöhnt. Der Chevrolet Bolt, Basis für den neuen Opel Ampera E, durfte seinen Namen schon nicht behalten, da Honda bereits ein Patent darauf hat.

Ich will nur hoffen, dass das die einzigen Startschwierigkeiten des kleinen Stromers sind. Schließlich sind seine Zutaten nicht die schlechtesten. Die Batterien bauen nämlich sehr flach, womit ein gut nutzbarer Innenraum geschaffen wurde. Er soll fünf Personen Platz bieten und zudem noch einen Kofferraum auf Kompaktklasse-Niveau bieten. Zudem heißt es, das die Reichweite über der sonstiger Elektro-Fahrzeuge liegen soll. Das alles soll schlussendlich auch noch zu einem erschwinglichen Preis verfügbar sein – ich bin gespannt.

Wie dem auch sei: Opel zündet jedenfalls die größte Modelloffensive seiner Geschichte mit 29 neuen Modellen zwischen 2016 und 2020 und greift beim Ampera E auf die Expertise aus dem Unternehmen zurück – also auf den Chevrolet „Bolt“. Sogar Fahrspaß soll der kleine Stromer bieten. Natürlich wird das Level ein anderes sein, als etwa bei einem BMW i8, aber die Leistung liegt bei E-Autos bereits ab der ersten „Umdrehung“ an, was durchaus Fahrfreude bedeuten kann.

Opel sieht in Elektrofahrzeugen jedenfalls einen entscheidenden Teil der Zukunft, da sie eine wesentliche Rolle bei individueller Mobilität spielen. Zudem wird man mit dem Opel Ampera E auch dem Anspruch gerecht, innovative Entwicklungen einem weiten Publikum zugänglich zu machen, da der Preis stimmen soll. Genau Zahlen verraten die Opelaner aber noch nicht. Nur, dass sie sich mit dem Elektroauto dem Ziel annähern, die Umwelt zu schützen und den Anforderungen ständig wachsender Ballungsräumen gewachsen sehen. Schließlich bietet der E-Antrieb eine Alternativen zum Verbrennungsmotor und somit das Potential zum Klimaschutz und zur Verringerung von Emissionen.

So weit so gut. Wie aber wird Strom erzeugt?

Von Hamstern, die in Laufrädern ihre Runden drehen? Sicherlich nicht – wobei die Belastung durch ihre Methan-Abgabe wahrscheinlich auch nicht ohne Bedeutung wäre. Nein, Strom wird vorwiegend durch Kohle- und Atomkraftwerke generiert – Atomausstieg hin oder her. Alternative Energie-Quellen, wie Wind- oder Wasser-Kraft reichen schlicht nicht für unseren (wachsenden) Strombedarf aus. Das Ende vom Lied – doch kein so großer Umweltvorteil?

Opel Ampera-e

Aber zurück zum Opel Ampera E. Was bietet er noch, außer dem alternativen Antrieb? Zum einen, wie erwähnt, viel Platz für Kind und Kegel. Zum anderen aber auch den Online- und Service-Assistenten Opel OnStar sowie die neueste Generation der IntelliLink-Infotainment-Systeme. So wird das Smartphones ins Auto geholt und geschickt integriert. Aber hoffentlich saugt es nicht zu viel Strom aus den Akkus des neuen Opel „Blitz“…

Update: Wie mir ein Konzernsprecher versicherte, darf der Name Bolt sehr wohl von Chevy benutzt werden. Es gab mal ein Problem mit dem Namen, jedoch haben sich GM & Honda geeinigt auf die Verwendung des Namens und entgegen meiner Vermutung (durch die verfrühte Kommunikation) wird der Opel Ampera-E nicht in Genf sondern erst in Paris zu sehen sein. Produziert wird er vorerst wohl auch nur in den Staaten. Ich bin und bleibe “gespannt”. (Jens Stratmann)

Ein Gedanke zu „Opel Ampera E – bringt er die Elektromobilitätswende?

  1. Ein technisch einwandfreies Elektroauto braucht Allradantrieb wegen der enormen Antriebskraft von Anfang an. Das weiß jeder Studierende der Elektrotechnik, die Elektroauto-Enthusiasten und Tesla. Den anderen Autoherstellern dies mitzuteilen, ist mir aber noch nicht gelungen. Jedes neue Elektroauto ab 2017 ohne Allradantrieb dürfte daher eine Totgeburt werden.

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