Zwischen den Welten: Der neue Seat Ibiza

Seit der Seat Ibiza 1984 auf den Markt gekommen ist, hat er sich ganz schön gewandelt, der „Kleine“. Zunächst kantig und typisch für die 1980er Jahre, dann zwei Generationen lang rundlich bis er in seiner letzten Generation etwas mehr an Profil gewann. Das geht dem Spanier mit dem neuen Modell – also der fünften Generation – etwas ab. Dafür versucht er zum großen Bruder Seat Leon aufzuschließen und wirkt weniger verspielt als die vierte Generation. Aber die Entwickler und Designer werden schon wissen was sie tun, schließlich wollen sie an den Erfolg von über 600.000 verkauften Einheiten allein in Deutschland anknüpfen.

Der Seat Ibiza wächst in Richtung Kompaktklasse

Dem neuen Seat Ibiza wird ein besonderes Privileg zuteil: Als erster Vertreter seiner Gunst ist es ihm vergönnt auf dem modularen Querbaukasten (MQB) aufzubauen. So konnte der Radstand um 95 mm wachsen, was nicht nur dem Geradeauslauf guttut, sondern auch mehr Platz im Innenraum schafft. Die Beinfreiheit im Fond wuchs also um 3,5 cm, während für die Köpfe bis zu 2,4 cm mehr Raum bereitsteht. Die Sitze fallen zudem um 42 mm breiter aus. Dennoch wurde die Verwindungssteifigkeit um 30 Prozent gesteigert, was den Kleinwagen nochmals agiler machen soll. Trotz dieser Agilität soll der neue Seat Ibiza aber Maßstäbe beim Fahrkomfort setzen und weniger Geräusche und Vibrationen an die Passagiere weitergeben. Und überhaupt: Von einem Kleinwagen kann man kaum noch sprechen. Der Ibiza ist ausschließlich als 5-Türer erhältlich und liegt mit seinem Kofferraumvolumen von 355 Liter auf Golf V-Niveau.

Von hinten wirkt der neue Seat Ibiza nah am Vorgänger
Von hinten wirkt der neue Seat Ibiza nah am Vorgänger

Optisch bewegt sich die fünfte Generation hingegen zwischen den Klassen. Zum einen bleibt sie ihrem Vorgänger in groben Zügen treu und bekommt durch ihre scharf gezeichnete Karosserie einen dynamischen Touch. Durch das Wachstum und die dreieckigen LED-Scheinwerfer sowie die x-förmige Design-Ausrichtung schließt der Seat Ibiza aber zu seinem Größeren Bruder, dem Leon, auf.

Innenraum mit Premium-Ausrichtung

Letzteres lässt sich erst recht vom Innenraum behaupten: Durch präzisere Linien entsteht mehr Spannung bei einem gleichermaßen unaufgeregteren Gesamtauftritt. Leichtere Proportionen treffen auf hochwertigere Materialien und ein verbessertes Raumgefühl, sodass man auch hier die Tendenz zur Kompaktklasse spürt. Für einen Funken Lifestyle sorgt die Innenraum-Beleuchtung in LED in Weiß und Rot. Zum aufgewerteten Innenraum kommt natürlich auch das aufgewertete Infotainment. Analogien zu den Systemen aus dem Leon und Seat Ateca sind nicht zu leugnen und zeigen sich beispielsweise am 8-Zoll-Bildschirm oder der Full-Link-Connectivity. Sie stellt die neuste Art der Vernetzung von Smartphone und Infotainment dar.

Motoren – Reichhaltiges Angebot

Zum Marktstart des Seat Ibiza werden Dreizylinder-Motoren dominieren. Sie verfügen über 1.0 Liter Hubraum, einen Turbokompressor, Zwischenkühlung sowie Direkteinspritzung und leisten 95 oder 115 PS. Zudem ist eine 1.0 TSI-Variante im Angebot, die 90 PS leitet und mit Erdgas angetrieben wird. Ende 2017 kommt ein 1.5 Liter Vierzylinder mit 150 PS dazu – der für noch mehr Dynamik sorgen dürfte. Bei den Dieseln vertraut das neue Modell auf drei 1.6 Liter Selbstzünder mit 80, 95 oder 110 PS.

Von vorn wirkt der neue Seat Ibiza wie ein kleiner Seat Leon
Von vorn wirkt der neue Seat Ibiza wie ein kleiner Seat Leon

Erhältlich ist der neue Seat Ibiza in den bekannten Ausstattungen: Den Einstieg macht man mit Reference, das mittlere Niveau bildet Style und den sportlichen Part übernimmt FR. Besonders nobel fährt man indes mit der Top-Ausstattung Xcellence vor.