Warum mir manche Werbe-Agenturen tierisch auf den Sack gehen…

Dieser Blog hier ist meine Spielwiese, meine Litfasssäule, ich publiziere hier Dinge über die berichten möchte, weil ich der Meinung bin, dass die Themen die Leser interessieren könnten. Wenn ein anderes Unternehmen hier Werbebeiträge publizieren möchte, dann steht [Anzeige|Werbung] oben drüber. So finanziert sich der Blog und die Arbeit die ich hineinstecke, denn schließlich muss ich die Litfasssäule ja auch pflegen und sauber halten. Warum Litfasssäule? Nun, die News / Berichte / Fahrberichte / Tests / Vorstellungen die hier erscheinen, sind für jedermann lesbar. Es gibt hier keine Bezahlschranke, keine bezahlte Abo-Funktion. Ich möchte von meinen Lesern keinen Cent für die bereitgestellten Informationen.

 

Hin und wieder (fast täglich) kommen Unternehmen, in der Regel vertreten von Agenturen, die hier News publizieren wollen. Das können neue Produkte sein, Bücher, Spielzeuge, Geschenkideen für Autofahrer, Dienstleistungen oder einfach nur Autoteile. Von A wie Alufelgen bis hin zu Z wie Zentralveriegelungen – da war schon alles dabei.

In dem nett formulierten Anschreiben, der aus einem Baukasten stammt, steht immer geschrieben wie toll mein Blog doch ist, wie gut man sich vorstellen könnte, dass man einen spannenden Artikel für meine Leser hat usw. – Budget hat man (auch auf Nachfrage) in der Regel nicht eingeplant – es lebe die Kostenlosmentalität.

Was sagt mir das? Das Unternehmen, nehmen wir als Beispiel mal einen fiktiven Alufelgen-Hersteller den wir “AluDreck” nennen, hat also Geld ausgegeben für eine Werbekampagne. Nehmen wir mal an, dass das Unternehmen vier Influencer beauftragt hat “interessante” Fotos zu machen mit den Produkten. Die Reichweite der Influencer allein reicht nun aber nicht aus, also möchte man die Fotos und den entstanden Film mit einer Pressemitteilung garniert noch unter das Volk bringen.

Die Influencer bekommen Geld, das Kamerateam bekommt Geld, die Agentur bekommt Geld, doch die Litfasssäule geht leer aus?

Warum sollte man das als Blogger tun und zulassen? Vor allem wenn das Thema (wir bleiben beim fiktiven Beispiel “AluDreck”) so uninteressant ist, dass es nicht einmal Google-Treffer geben dürfte. Die – mir nicht bekannten – Influencer waren also – mit einem SUV und einem Kleinwagen – auf 500 km in Deutschland unterwegs. Zum Zeitpunkt dieses Beitrages gibt es unter dem “bevorzugten Hashtag” gerade mal 37 Einträge bei Instagram.

Ohne Frage, die Lifestyle-Influencer haben da gute Arbeit geleistet und sogar die Fotos rechtmäßig mit Werbung gekennzeichnet. Manche auch nur mit “AD”, aber ich bin nicht die Landesmedienanstalt – ich will darüber nicht urteilen – vor allem würde es in dem Fall auch die falschen treffen, denn ich rege mich tierisch über die Kommunikations-Agentur auf, die hier versucht “Werbung” kostenlos unters Volk zu bringen – und da ist es mir weiterhin egal ob die mit einem SUV durch Berlin, Hamburg, Leipzig oder durch Ludwigshafen gefahren sind.

Doch warum schreibe ich nun über diese Background-Themen, die doch eigentlich gar keinen angehen? Warum der Bruch? Warum publiziere ich solche Interna?

Weil es mein Blog ist, weil ich mich hier subjektiv äussere und weil hinter allem was ich hier schreibe auch meine Person steht. Ich werbe nur für Produkte die ich persönlich auch nutze und/oder die ich gut finde, manch Werbebeiträge laufen regelmäßig in die Top 10 Beiträge, ich pflege und kümmere mich um die Litfasssäule und ich fühle mich in der Tat beleidigt wenn ich offensichtliche Werbeanfragen bekomme, davon aber nicht profitieren darf.

Das mag sich nun nach Mimimi anhören, aber wenn ihr täglich Zeit verschwendet mit der Beantwortung von genau solchen Nachrichten, dann habt ihr irgendwann keine Lust mehr darauf. Vor allem dann, wenn euch jeder zweite erzählt was für ein tolles Leben man doch führt.

Schließlich reist man täglich durch die Welt und fährt neue Autos. Stimmt, aber das ist mit verdammt viel Stress verbunden, es leicht aussehen zu lassen und sich öffentlich nichts anmerken zu lassen ist hier wohl die Kunst. Authentischer wäre es aber auch zu sagen, dass man in der Regel mehr Reise-Zeit als Fahrzeit hat, aber das steht auf einem ganz anderen Blatt Papier.

Um es deutlich zu machen: Mich kotzen Unternehmen wie die Kommunikations-Agentur an, die für den weiterhin fiktiven Kunden “AluDreck” Werbung machen will, aber es nicht für nötig erhalten auch die Werbefläche zu bezahlen. Das ist schlecht für alle, denn heutzutage weiß doch kaum noch einer was Werbung ist und was nicht. Hinter jeder Nachricht / News vermutet man schon Schleichwerbung und viele Influencer und Blogger schreiben schon “Werbung wegen Markennennung” an die Beiträge vor Angst.

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