Mercedes Werk Rastatt rüstet sich für den Mercedes-Benz GLA!

Das Mercedes-Benz Werk in Rastatt erfindet sich gerade neu. Okay, ganz neu dann doch nicht. Das ca. 200 Fußballfelder große Werk produziert zukünftig neben der aktuellen A- und B-Klasse auch den Mercedes-Benz GLA. Bei einer Werksführung konnte man hier und dort schon ein paar Baumuster entdecken, kein Wunder – wird das Fahrzeug ja auf der IAA in Frankfurt 2013 gezeigt. Im Werk selber kümmern sich zahlreiche Roboter um die Fertigung, alleine im Rohbau sind es über 1300, in der Endmontage stehen dann noch mal ca. 50 zur Verfügung. In der Endmontage gibt es viel mehr Handarbeit als man vermutet, doch die ca. 4.550 Schweißpunkte setzt dann doch besser der Schweißroboter. Kontrolliert wird das ganze dann natürlich dann doch noch durch Menschenhand, wo kämen wir denn auch sonst hin?

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23 Bahnwagons bringen täglich 35.000 Kubikmeter an Material, davon ca. 50% Just in Time. 330 Lieferanten und 5 Schwesternwerke liefern die benötigten Teile an. Da der A45 AMG auch in Rastatt vom Band läuft, natürlich auch die AMG Anbauteile. Das ist übrigens nicht großartig verwunderlich, verwendet AMG in der Regel die gleichen Zulieferbetriebe wie Daimler. Die Motoren vom A45 AMG werden allerdings auch in der “One Man – One Engine” Technik hergestellt, Tradition verpflichtet.

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Die ca. 6500 Mitarbeiter vom Werk Rastatt werden noch durch 1000 Mitarbeiter aus dem Industriepark unterstützt. Daimler macht es geschickt, einige Lieferanten sind einfach direkt vor Ort angesiedelt. Alle Teile werden passend für das Fahrzeug zusammengestellt und dann zur richtigen Zeit ans richtige Band geschickt. Die Karosserie wird über eine Transportbrücke zur Lackierung gebracht und kommt anschließend in die Endmontage. 20% aller Fahrzeuge werden direkt von den Kunden im Kundencenter abgeholt, ein Pärchen habe ich zum Kauf der A-Klasse beglückwünscht. Ihr hättet mal das Strahlen in den Augen sehen müssen. Die beiden bestätigten mir übrigens die Aussage, dass die A-Klasse oft als “Einstiegsdroge” gekauft wird und somit den Einstieg in die automobile Mercedes-Benz Welt darstellt. Sie hatten vorher ein Opel Astra TwinTop – also ein Cabrio – der Mann hatte die A-Klasse Werbung gesehen – sich (und nun passt auf) im Internet informiert und ist dann zum Händler gegangen. “Nur gucken!” können Männer bei sowas meistens nicht, wir wollen ein Auto anfassen, fühlen, riechen, fahren und dann ist es oft um uns geschehen. Liebe auf den ersten Klick? Man vermag es nicht zu beurteilen, doch in dem Fall kam wohl recht schnell ein Kaufabschluss zu Stande und es belegt eine andere These: Ist der Kunde erst mal in der Niederlassung, ist das Fahrzeug auch schon fast verkauft.

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Natürlich ist es nicht sooo einfach wie nun geschildert, da spielen ja noch weitere Faktoren eine, teilweise übergeordnete, Rolle. Doch in dem Fall war es so und das Pärchen erinnerte mich an mich selbst, als ich damals meinen ersten Neuwagen bestellt hatte, das Auswählen, die Qual der Wahl, die Ungewissheit ob man was vergessen hat, die Last-Minute Änderung, die Wartezeit, der Termin und dann der große Moment, wenn man zum ersten mal “sein Auto” sieht. Ein wahrlich tolles Gefühl! Das Pärchen machte dann noch eine Werksführung, schaute sich also an wie ihr Fahrzeug gebaut wurde und war bestimmt genauso beeindruckt wie ich.

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Klar, in jedem Werk läuft es irgendwie gleich ab. Rohbau, Lackierung, Montage, Hochzeit (so nennt man den Moment wenn der Motor eingesetzt und verschraubt wird), Endmontage, Endkontrolle – Fertig! Diese Geburt dauert ca. 22-24 Stunden und dabei ist es vollkommen egal ob nun Rechtslenker, Linkslenker, mit Xenon oder ohne.

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Ganz ohne Xenon ging es dann für das Pärchen nach Hause, glücklich sahen sie aus, nur über eines hatten Sie sich nicht gefreut: Die Einfahrphase vom Fahrzeug. Ihr wisst schon, die ersten 1000 km kein Vollgas ;). Die Fahrzeuge für den Export fahren übrigens auch ein paar Kilometer. Allerdings per Zug! Per Zug gehen diese dann nach Bremerhaven, dort ist der größte Auto-Umschlaghafen für Automobile:

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Fotos: Mercedes-Benz / Daimler / Jens Stratmann

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