2020 CUPRA FORMENTOR Fahrbericht

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SEAT war für mich immer die sportlich, emotionale Marke im Volkswagen-Konzern. Nun haben die Spanier noch eine sportliche Submarke namens Cupra und vermarkten darunter die sportlichen Sperrspitzen.
Nach dem Cupra Leon und dem Cupra Ateca kommt der Cupra Formentor, das erste eigenständige Modell der Marke Cupra. Natürlich baut dieses Fahrzeug auf dem modularen Querbaukasten auf. Vom Band läuft er aber im spanischen Martorell, im Stammwerk von SEAT welches in der Nähe von Barcelona liegt.

Ein Kompakt-SUV, der es direkt ab Marktstart faustdick hinter den Ohren, bzw. unter der Motorhaube hat. Auch wenn dieses Fahrzeug eigenständig ist, werden wir viele bewährte Bauteile wiedersehen, die wir schon aus anderen, teilweise viel höherpreisigen, Fahrzeugen kennen.

Kommen wir aber zunächst zu den Abmessungen. Das Fahrzeug ist 4,45 Meter lang, ohne Außenspiegel 1,84 Meter breit und 1,51 Meter hoch. Mit Außenspiegel sind es ca. 2,02 Meter. Der Radstand von 2,68 Meter sorgt vermutlich dafür, dass man auch in der zweiten Sitzreihe noch etwas Platz hat, aber das schauen wir uns ja gleich an.

An der Front leuchten Voll-LED Scheinwerfer den Weg, die schmalen Scheinwerfer wirken nicht nur dank dem Tagfahrlicht entschlossen. Die Lichthöhe stellt sich übrigens je nach Beladungszustand automatisch ein.
Das Cupra-Emblem, im angenehm kleinen Kühlergrill, dürfte immer noch für erstaunte Gesichter sorgen: Was ist das wohl für eine Marke?

Viele Optionen hat man für den Radkasten nicht, ab Markstart stehen zwei verschiedene 8×19″ große Felgen mit der Einpresstiefe 40 im Konfigurator. Bereift mit 245/40 19″ Reifen sind die für die Kraftübertragung verantwortlich.

Die Reifen sind übrigens gar nicht so teuer, vernünftige Markenreifen bekommt man in der Dimension zwischen 160 und 200 Euro, pro Stück – versteht sich und ja, es gibt auch Ganzjahres- bzw. Winterreifen in der Größe. Später folgen noch andere, nicht so leistungsstarke Modelle, die werden auch kleinere Räder in die Radkästen bekommen.

Allerdings nicht bei der sportlichsten Variante, denn da sind serienmäßig bereits 340x30er Bremsscheiben für die Verzögerung verantwortlich. Wir haben hier die Brembo-Bremsen mit einem Durchmesser von 370×32 – das wäre eine 18″ Bremsanlage.

MacPherson Federbeine vorne, Multilenkerhinterachse. Verstellbare Feder- und Dämpferraten dank adaptiver Fahrverwerksregelung.

Schöne Sicken und Kanten und eine wie ich finde attraktive Linienführung zeichnen den Formentor aus. Ich mag vor allem die ausgestellten Radhäuser, das wirkt schon sehr sportlich dafür dass wir hier ein SUV haben. SUV? CUV? Crossover? Eigentlich ist es ja schon fast egal wie man die Klasse nennt, oder?

Am Heck sehen wir ein durchgezogenes Leuchtenband, einen Diffusor und vier sichtbare Endrohre. Alleine dafür muss man dieses Fahrzeug doch schon fast lieben, Fake-Endrohre gibt es hier noch nicht.

Cap de Formentor ist das östliche Ende der Halbinsel Formentor auf Mallorca und gleichzeitig der nördlichste Punkt der Baleareninsel. Ein wunderschöner, aber leider auch überlaufener Ort – ich war selber schon oft da und habe den Blick einfach mal nur so schweifen lassen. Von diesem traumhaften Ort, fernab vom Ballermann – hat dieser Ballermann hier den Namen bekommen.

Werfen wir einen Blick unter die Motorhaube, dort finden wir einen 2.0 TSI unter einer Kunststoffabdeckung. Darunter verstecken sich 4-Zylinder, 16 Ventile und ein Gesamthubraum von 1.984 ccm. Die Bohrung liegt bei 82,5 mm, der Hub bei 92,8 mm und wir haben ein Verdichtungsverhältnis von 9,3:1. Klar, das ist der EA 888 Benziner aus dem Konzern, der in verschiendenen Leistungsstufen in zahlreiche Modelle kommt. Ein bewährter Motor, den man durchaus auch sparsam – aber vor allem auch sportlich bewegen kann.

Kommen wir zu den wichtigeren Autoquartett-Werten. Innerhalb von 4,9 Sekunden geht es auf Tempo 100, nach ca. 20 Sekunden dürfte man auf Tempo 200 km/h sein und die Höchstgeschwindigkeit liegt bei abgeriegelten 250 km/h. Die maximale Leistung beträgt 228 kW, sprich 310 PS und der Cupra Formentor verfügt über ein maximales Drehmoment von 400 Nm – geschaltet wird stets über ein 7-Gang Doppelkupplungsgetriebe und natürlich geht die Kraft im Bedarfsfall über alle vier Räder auf die Fahrbahn. Das maximale Drehmoment liegt übrigens zwischen 2.000 und 5.450 Umdrehungen an der Kurbelwelle an.
Das 4Drive-System analysiert kontinuierlich Messwerte wie den Lenkwinkel, die Raddrehzahl und das Giermoment, um jederzeit die optimale Antriebskraft an die einzelnen Räder zu übertragen und in jeder Fahrsituation optimale Sicherheit zu gewährleisten.

Wir fahren hier die leistungstärkte Variante, es werden auch noch weitere Modelle folgen. Benziner, Selbstzünder und Plug-In-Hybrid-Modelle sollen folgen. Insg. wird es neun CUPRA Formentor Modelle geben.
CO2-Effizienzklasse D, laut NEFZ ein Verbrauchswert von 7,7 Liter auf 100 km und ein CO2 Ausstoß von 175 Gramm pro Kilometer. Ich bin da eher beim WLTP Wert, der liegt zwischen 8,2 und 9,0 Liter was 186-203 Gramm CO2 pro Kilometer bedeutet.

Das Kofferraumvolumen liegt mit Allrad bei 420 Liter. Macht man aus dem 5-Sitzer, ein Fahrzeug mit zwei Sitzplätzen und größerem Gepäckraum, stehen bis zu 1.475 Liter zur Verfügung. Die Ladekante ist übrigens 75 cm hoch, anschließend muss man die Gepäckstücke ca. 12 cm wieder absetzen. . Das Fahrzeug selbst bringt leer ein Gesamtgewicht von 1.644 kg auf die Waage. Ein paar Gewichte habe ich noch für euch. Die Anhängelast beträgt bis zu 1,8 Tonnen. Die Stützlast wird mit 80 kg angegeben und auf das Dach dürfen 75 kg.

Kommen wir zum Fahreindruck. Ich bin das Fahrzeug rund um München gefahren, mangels Zeit auch nur eine kurze Runde. Daher bekommt ihr von mir heute kein Verbrauchswert. Was ich aber sagen kann: Die Lenkung ist direkt, das adaptive Fahrwerk verfügt über eine schöne Spreizung zwischen komfortabel und sportlich und der Motor hat mit dem Gewicht erfahrungsgemäß keine Probleme. Je nach Modi gestaltet sich auch der Klang – der allerdings synthetisch erzeugt wird.

Ich habe irgendwann mal gesagt, dass ich jedes Fahrzeug mit sichtbaren Endrohren abfeiern werde, so tue ich das hier nun auch. Die Bremsanlage lässt sich sauber dosieren, die verfügt über einen sehr feinen Druckpunkt. Bei regennasser Fahrbahn helfen die Assistenzsysteme und an der Hinterachse gibt es eine Differenzialsperre. Ich will nicht übertreiben, aber wer das Fahrzeug in die physikalischen Grenzen schickt, der ist im öffentlichen Straßenverkehr viel zu schnell unterwegs.

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Der Motor vom Tiguan R mit einer kleinen Leistungsspritze, die Tasten am Lenkrad von Audi, der Shift-by-Wire Schalter aus dem neuen VW Golf und somit ist auch im Formentor nun alles mögliche per Touch und mit digitalen Displays ausgestattet.

Als Fahrer blicke ich durch das Lenkrad auf das bekannte 10,25″ große Instrumenten-Display welches über eine eigenständige Oberfläche verfügt. Für alle Mitfahrer ist das 12″ Touchscreen in der Mitte gedacht, welches aber etwas zum Fahrer geneigt ist. Das mag ich sehr. Natürlich spielt auch der Cupra Formentor die komplette Klaviatur der Vernetzungsmöglichkeiten, da gibt es nichts zu meckern.

Das vorausschauende ACC kann die Position des Fahrzeugs mithilfe der vom Navigationssystem gelieferten Strecken- und GPS-Daten orten und so seine Geschwindigkeit in Abhängigkeit von der weiteren Straßenführung (Kurven, Kreisverkehre, Kreuzungen, Geschwindigkeitsbegrenzungen und Bebauung) korrigieren.

Mithilfe der Frontkamera und der Verkehrszeichenerkennung kann das Tempo des Fahrzeugs angepasst werden, wenn sich die Geschwindigkeitsbegrenzung ändert.

Der Travel Assist nutzt die Informationen des ACC und des Spurhalteassistenten, um das Fahrzeug aktiv in der Fahrspur zu halten und die Geschwindigkeit an den Verkehrsfluss anzupassen – und ermöglicht so halbautonomes Fahren bis zu einer Geschwindigkeit von 210 km/h.

Die Side-and-Exit-Assist-Technologie erkennt tote Winkel! Eine akustische Warnung wird ausgegeben, wenn beispielsweise der Fahrer aus dem geparkten Auto aussteigen möchte und sich andere Verkehrsteilnehmer nähern. Das der Cupra Formentor fast autonom in die Parklücken rein und wieder rausfahren kann versteht sich von selbst, oder?

Der Notfallassistent überwacht die Aktivität des Fahrers und hilft innerhalb der Systemgrenzen, Unfälle zu vermeiden. Erfolgt seitens des Fahrers keine Reaktion wird das Fahrzeug, nach Vorwarnstufen, schließlich vollständig abgebremst. Weiße Linien überfährt das Fahrzeug dabei allerdings aus Sicherheitsgründen nicht, da das System nicht erkennen kann, was dahinter ist.

Der Cupra Formentor wird zum Spanisch-Lehrer, die Sprachbedienung aktiviert man mit “Hola, hola” und dann kann man zum Beispiel sagen, dass man friert.

Derzeitig geht es ab 43.950 Euro los, darüber hinaus gibt es noch eine Hand voll Extras und man kratzt an der 50.000er Marke. 310 Pferde würden ca. eine halbe Million Euro kosten und dürften im Unterhalt viel viel kostspieliger sein als dieses Gefährt. Den Testwagenpreis schätze ich auf ca. 53.500 Euro.

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