TorTour de France 2015 – Mein Kampf gegen den inneren Schweinehund

Ich war mit Skoda Deutschland beim Active Training im Rahmen der Tour de France. Ich Idiot! Warum kam ich vor knapp 2 1/2 Monaten nur auf die blöde Idee „Ja!“ zu sagen? Hätte ich nicht einfach meine große Klappe halten können?

Zur Not hätte es auch sicherlich eine Notlüge getan. Nun, große Klappe und nicht viel dahinter. 2 Monate lang habe ich nun im INJOY Fitness-Studio in Bielefeld trainiert, zwei Monate lang auf Cola verzichtet, zwei Monate versucht mich gesünder zu ernähren.

Was ich geschafft habe: Etwas Gewicht verloren, etwas Muskelmasse aufgebaut und bis zum letzten Wochenende wurde ich auch nicht mehr krank. Seit ein paar Tagen quälen mich Kopfschmerzen und ich habe das Gefühl, dass eine Erkältung im Anmarsch ist. Männer kennen das. Erkältung. Ich sterbe also. Absagen wollte ich aber nicht, denn Lars Hoenkhaus zählte auf mich und außerdem wollte ich mir es ja auch beweisen.

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Gemeinsam haben wir ein Video erstellt, über mein Vorhaben eine Tour de France Etappe (in Teilen) zu meistern. Ich mach es kurz, bei 36° (im Schatten) und das doofe Gefühl, dass ich mich auch einwenig blamiert habe, eventuell war aber auch mein Ziel nur etwas zu ambitioniert. Aus einem Couch-Potatoe macht man innerhalb von 2 Monaten keinen Rennradfahrer.

Ich möchte ehrlich sein zu euch, ich habe beim Active Training nicht komplett mitmacht, aber das Video (wird noch veröffentlich) ist meiner Meinung nach toll geworden. Wir erzählen „meine Tour de France Geschichte“ und meine Erfahrungen vom Training und ehren natürlich auch einen erfahrenen Motorjournalisten, der am ersten Tag auch abgebrochen hat, dann am zweiten Tag aber den Berg geschafft hat. In einem weiteren Clip werde ich einfach die Klappe halten und euch ein paar Impressionen vom Active-Training und der 12. Tour de France Etappe – übrigens auch die Königsetappe genannt – zeigen.

Dazu haben wir ein paar Bilder einfangen und ich kann euch jetzt schon das Ende verraten: Ich werde sagen, dass Rennrad-Fahrer richtig harte Hunde sind, die richtig fit sein müssen um diese Tortouren zu überstehen.

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Das habe ich in den letzten 2 Monaten bereits gemerkt, denn Skoda hatte mich nicht nur zum Active Training eingeladen, sondern mir auch zu Trainingszwecken ein Rennrad gestellt. Gestern habe ich mir also die 12. Etappe der Tour de France angesehen. Beindruckend. Also nicht nur das Fahrerfeld sondern auch alles drumherum. Da stehen Millionen von Menschen an den Straßen in Frankreich um die Rennradfahrer anzufeuern. Bei Regen, Gewitter und teilweise sogar Hagelschauern kämpften sich die Rennrad-Fahrer die Königsetappe zum Plateau de Beille hinauf.

Den 12. Tag der 102. Tour de France zur übrigens 1780 Meter hoch gelegenen Skistation sicherte sich nach einer Distanz von 195 Kilometern der ehemalige Holczer Schützling Joaquim Rodriguez mit einem großen Vorsprung auf den 2. – was für ein Pusher, was für eine Kraft und das bei einem Regenschauer, bei dem ich nicht mal von der Haustür bis zur Garage gelaufen wäre.

Wir wurden übrigens betreut von Hans-Michael Holczer und seinem hervorragendem Team. Hans-Michael Holczer ist der ehemalige Manager des Radprofiteams Gerolsteiner und Katusha.

Die 102. Tour de France ist nach dem Ausstieg von ARD im Jahre 2011 endlich auch wieder in Deutschland im öffentlichen Fernsehen zu sehen, aktuell liegen die Einschaltquoten im niedrigen zweistelligen Bereich. Eigentlich schade, denn der Radsport ist ein ziemlich interessanter Sport, da geht es um Taktik, Teamfähigkeit und natürlich um die sportliche Höchstleistung. Das Rennen tatsächlich an der Strecke zu erleben ist dann noch mal etwas völlig anderes. Vergleich das mal mit einer Mischung aus Karneval und Auto-Rennen, im Vorfeld gibt es quasi eine Live-Werbeblock. Da fahren zig Fahrzeuge, teilweise sehr skurril gestaltet, die Strecke ab und verteilen Produktproben.

Das Thema Doping kann man leider nicht wegdiskutieren, das wird es vermutlich immer geben, aber nicht nur im Radsport sondern in allen anderen Sportarten. Schade, dass man den Begriff „Tour de France“ nicht in den Mund nehmen kann, ohne direkt die Doping-Klatsche zu bekommen. Eventuell sollte man mal nachforschen wie viele Manager sich in Deutschland tagtäglich aufpuschen um Höchstleistungen zu liefern.

Ich will das Thema Doping gar nicht bagatalisieren, legalisieren sollte man es auch nicht, aber nun ständig alle in den Generalverdacht zu stellen, das schickt sich nicht und liegt mir vor allem völlig fern. Meiner Meinung nach war der ARD Ausstieg im Jahre 2011 auch komplett falsch, da haben sich die öffentlichen Sender als Schiedsrichter aufgeführt und meiner Meinung nach auch dem Radsport in Deutschland keinen Gefallen getan. Das war meiner Meinung nach das falsche Signal, aber Schwamm drüber blicken wir lieber in die Zukunft.

Mein Learning: 2 Monate Vorbereitung reichten nicht für mich um bei 36° die Berge zu erklimmen. Ich habe abgebrochen, mich später am Abend aber noch einmal aufs Bike gesetzt um Fahraufnahmen zu drehen. Mein Problem waren übrigens nicht die Beine sondern, kein Scherz, die Arme. Während der Fahrt sind die Arme eingeschlafen. Ein Taubheitsgefühl. Der Griff zur Trinkflasche schmerzte bereits und ganz zum Schluss kam das Flimmern vor den Augen.

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Das war für mich der Punkt zu sagen: Bis hier hin und nicht weiter. Nach etwas Pause ging es dann noch mal aufs Bike und ich könnte mir durchaus vorstellen etwas später in diesem Jahr noch einmal auf eine Rennrad-Veranstaltung zu gehen. Wie wäre es mit dem Jedermann-Rennen in Münster? Schauen wir mal.

Mein Dank gilt Skoda-Deutschland und vor allem dem tollen Team rund um Hans-Michael Holczer, die sich rührend um mich und die anderen Teilnehmer gekümmert haben, die Technik 1A im Griff hatten und vor allem mit vielen Ratschlägen, Tipps und Tricks zur Seite standen.

5 Kommentare zu “TorTour de France 2015 – Mein Kampf gegen den inneren Schweinehund

  1. „Mein Problem waren übrigens nicht die Beine sondern, kein Scherz, die Arme. Während der Fahrt sind die Arme eingeschlafen. Ein Taubheitsgefühl.“

    Dann lag das wohl an der Sitzposition !
    Sowie die Profis mit starker Überhöhung vom Sattel ggü dem Lenker etwa die Einstellung gewesen ?
    Und somit zuviel Druck auf die Handgelenke gehabt ?!

    1. Es war halt nicht „mein Fahrrad“ und wir hatten auch nicht genug Zeit für die ideale Einstellung. Klar, Sattel war höher als Lenker, aber so fahre ich auch beim Mountainbike.

      1. Kommen da noch mehr Details ?
        Zum Training ? Fahrrad(-Technik) ??! Der Tour-Etappe ?!?!

  2. Wenn du in Münster an den Start gehst sag mal bescheid. Dann stelle ich mich an die Strecke und feuere dich an!

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