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Leserfragen zum Audi A3 Sportback e-tron: Beantwortet!

“Was wollt ihr über den Audi A3 Sportback e-tron wissen?” hatte ich gefragt und einige Fragen sind zusammengekommen. Ich habe nun mal versucht alle zusammen zu stellen und beantworten zu lassen. Vorher gibt es hier noch mein Video-Clip zum Audi A3 e-tron, quasi zur Einstimmung:

…und nun bekommt ihr Wissen vermittelt. Die Antworten habe ich von den Audi-Experten bekommen, quasi 1. Hand Informationen – natürlich gefiltert durch das was kommuniziert werden darf und was nicht, aber das ist okay.

Armin würde gerne wissen: Wie viel der e-Tron schwerer ist durch die Akkus und wie dadurch der Verbrauch an Kraftstoff steigt, durch das zusätzliche Gewicht? Dadurch natürlich auch die Frage ob ich durch das Mehrgewicht überhaupt eine Einsparung habe…

Die besondere Qualität eines Plug-In-Hybridautos wie des Audi A3 e-tron liegt in seiner Vielseitigkeit – in der Synthese aus der Möglichkeit, Strecken bis zu 50 km rein elektrisch und damit emissionsfrei zu fahren und der vollwertigen Reichweite eines Fahrzeugs mit Verbrennungsmotor und großem Tank. Richtig ist, dass die Kombination aus Batterie, Elektromotor und Verbrenner-Antriebsstrang Mehrgewicht bedeutet – im Falle des A3 e-tron rund 220 kg für die genannten Einheiten (150 kg nur für Batterie und Elektronik). Durch Energierückgewinnung beim Bremsen und bei der Rekuperation kann ich jedoch einen wesentlichen Teil der zum Beschleunigen investierten Energie wieder in die Batterie einspeisen – folglich ist die Gesamtbilanz auch im Alltag besser als die jedes Benziners und etwa vergleichbar mit einem hoch effizienten TDI. Gegenüber diesen reinen Verbrenner-Konzepten bleibt jedoch als klarer Vorteil die Möglichkeit, rein elektrisch und damit emissionsfrei fahren zu können.

Ralf fragt: Die Steckdose daheim wird für alle, die kein Eigenheim mit Stellplatz/Garage auf dem eigenen Grundstück haben, dauerhaft ein Problem bleiben. Und das ist die Mehrheit aller Autokäufer. Ist der Plug-in-Hybrid also auf Dauer als Nischenprodukt angesiedelt?

Wir sehen heute schon in den Niederlanden oder auch in Skandinavien eine erfreulich ausgebaute Infrastruktur mit öffentlichen Lademöglichkeiten und kostenlosen Parkplätzen für Elektro- und Hybridfahrzeuge. Von diesem Angebot profitieren in erster Linie die klassischen „Laternenparker“. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich ähnliche Angebote auch in anderen Ländern etablieren und damit ermutigen, einen Plug-In-Hybriden zu fahren.

Richard würde gerne wissen: WIE und WO werden die Altbatterien entsorgt, und WIEHOCH ist der Energieaufwand um diese zu produzieren / entsorgen? Er stellt gleichzeitig die Behauptung auf (bis zum Gegenbeweis), dass die E-Fahrzeuge als Gesamtbilanz die Umwelt mehr belasten, als Normal-Fahrzeuge. Gibt es dazu auch ein Statement?

Als Fahrzeughersteller, der selbst keine Batterien fertigt, können wir hier keine Werte nennen.

Richard legt nach: Ich bin ja nicht “nur” Techniker, sondern auch Kaufmann: Der Aufpreis für e-Tron beträgt gegenüber dem normalen 1,4 TFSI ca. EURO 12.000,-. Wieviele Kilometer muss man fahren, um überhaupt auf +/- Null zu kommen? (break even point) und wie hoch ist der Verbrauch in kWh?

Mit einem normalen 1.4 TFSI möchte ich den e-tron nicht vergleichen – alleine der Leistungsunterschied zeigt hier, dass es sich um zwei unterschiedliche Fahrzeugklassen handelt. Nehmen wir doch lieber den nächst-starken A3 zum Vergleich – den 2.0 TDI mit 184 PS für 30.350 Euro. Gegenüber diesem beträgt das Leistungsplus des e-tron 20 PS. Zudem hat letzterer an serienmäßiger Mehrausstattung die S-tronic an Bord, LED-Scheinwerfer, das MMI Radio, das Audi Drive select, den Komfortschlüssel, um nur die wichtigsten Items zu nennen. Damit nivelliert sich der Preisunterschied drastisch – und es bleibt der Bonus, rein elektrisch fahren zu können. Bei rein elektrischer Fahrt beträgt der Energieverbrauch nach NEFZ 14,5 kWh/100 km. Ein Break even-Point ist für die Praxis nicht wirklich repräsentativ errechenbar; hier sind auch die Norm-Zyklen für Verbrenner und Elektrobetrieb bzw. Hybridbetrieb zu unterschiedlich.

Jens Eilers interessiert sich für die maximale Reichweite, den Kaufpreis (gibt es da ggf. noch besondere Förderungsmöglichkeiten / günstigere Finanzierungsmodelle) und vor allem für die Akkulebensdauer in Ladezyklen.

Die elektrische Reichweite beträgt bis zu 50 km; die des Verbrennungsmotors bis zu 890 km (nach NEFZ). Die Lebensdauer des Akku entspricht der des Gesamtfahrzeugs; deshalb gibt es auf den Akku auch eine Garantie von acht Jahren.

Alexander interessiert sich für die Schnittstelle MMI zum Fahrzeug: Kann er einen optimalen Verbrauch errechnen wenn ich zB Stadt Autobahn Stadt fahre? Und spart dann Strom für die City? Wenn nein, warum nicht?

Mit den Betriebsmodi „Battery hold“ oder „Battery Charge“ habe ich die Möglichkeit, gezielt vor Erreichen etwa einer Stadtgrenze den Ladezustand der Batterie zu halten oder gar bis zur maximalen Ladegrenze zu erhöhen. Die jeweilige rein elektrische Reichweite wird mir vom MMI angezeigt. Abhängig von Verkehrsdichte und eigenem Tempo sowie der Entscheidung, wo genau ich in den rein elektrischen Modus wechseln will, ist eine exakte Prognose der Navigation für den perfekten Verbrauch nicht wirklich möglich. Jedoch kann der Fahrer alle Optionen über das drive select selbst anwählen und entscheiden, wo er wie lange rein elektrisch fahren möchte.

Oli interessieren die klassischen Ladezeiten. Also wie lange muss der Audi A3 e-tron an die Steckdose, reicht eine normale 220 Volt Steckdose aus? Wie lange lädt der Audi an der Ladesäule? Gibt es eine Schnelllademöglichkeit?

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Bei einer normalen 220 Volt-Haushaltsdose beträgt die Ladezeit rund 3.45 Stunden; bei einer 16 Ampere-Industriesteckdose nur 2.15 Stunden.

Habt ihr auch noch Fragen? Einfach bei Facebook stellen oder hier in die Kommentare schreiben, ich werde wieder sammeln und in ein paar Tagen erneut eine Anfrage stellen. Die interessanten Fragen und Antworten kommen dann auch noch in ein weiteres Video. Also: Schießt los! Losgeschossen bin ich übrigens auch noch mal mit dem Audi A3 e-tron, seht hier die Beschleunigung mit und ohne Boost:

BMW zeigte auf der CES 2015 das neue BMW Laserlicht

Auf der Consumer Electronics Show (CES) 2015 in Las Vegas zeigte BMW anhand der Studie BMW M4 Concept Iconic Lights seine neuesten Entwicklungen im Bereich Laser- und OLED-Technologie.

Das BMW M4 Concept Iconic Lights hat flache und scharf geschnittene Scheinwerfer. Die Lasertechnologie wird hier während der Fahrt durch feine blaue LED-Streifen inszeniert. Mit bis zu 600 Meter Reichweite soll das BMW Laserlicht mehr als doppelt so weit wie konventionelle Scheinwerfer leuchten. Der kamerabasierte und dynamisch über Stellmotoren geführte BMW Selective Beam soll die Blendung von entgegenkommenden oder vorausfahrenden Fahrzeugen ausschließen und den dauerhaften Einsatz des Laserfernlichts ermöglichen.

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Die Verbindung mit einem Navigationssystem soll dem vorausschauenden Adaptiven Kurvenlicht ermöglichen, den Kurvenverlauf auszuleuchten, bevor das Lenkrad eingeschlagen wird. Bei völliger Dunkelheit sollen Menschen und Tiere bereits aus Entfernungen bis zu 100 Meter über die Infrarot-Kamera erkannt und mit dem Dynamic Light Spot mit Lasertechnologie gezielt angeleuchtet werden. Das Laserlicht soll zum Engstellenlicht werden, wenn es eine verengte Fahrbahn erkennt. Laserprojektion sollen dann die exakte Fahrzeugbreite auf der Fahrbahn markieren und den Fahrer sicher durch den Engpass leiten. Eine weitere Vision des BMW M4 Concept Iconic Lights sind die „High Power Laser“-Dioden. Sie sollen Fahrerinformationen direkt vor das Fahrzeug auf die Straße projizieren, so dass sich der Fahrer selbst bei völliger Dunkelheit optimal auf den Verkehr konzentrieren kann.

Die Heckleuchten sind L-förmig gestaltet, dieses soll die Breite des Hecks betonen. Es kommen Organische Leuchtdioden, genannt OLEDs, im BMW Organic Light zum Einsatz. OLEDs benötigen nur wenig Strom und sollen helfen, die CO2-Emissionen weiter zu senken. Die Nachhaltigkeit der Technologie soll auch dadurch belegt werden, dass für die Produktion keine teuren und raren Rohstoffe wie sogenannte „seltene Erden“ benötigt werden. Im Gegensatz zu LEDs, die das Licht punktförmig abgeben, leuchten OLEDs vollflächig und homogen. Die Bauhöhe von nur 1,4 mm und die Möglichkeit, einzelne Leuchtmodule separat anzusteuern, soll neue Freiheiten bei Lichtinszenierungen der Heckleuchten ermöglichen. Hohe gesetzliche Anforderungen an die Leuchtkraft erlaubten bisher, nur einzelne Beleuchtungsfunktionen in OLED-Technologie zu demonstrieren. Beim BMW M4 Concept Iconic Lights werden Schlusslicht und Blinker als BMW Organic Light ausgeführt. Durch die Ansteuerung einzelner OLED-Segmente zeigen die Heckleuchten, je nach Fahrmodus, unterschiedliche Lichtinszenierungen. Während im normalen Fahrbetrieb die L-Form gleichmäßig und breiter leuchtet, entsteht im Sportmodus ein schmaler und scharfer Leuchtstreifen. Die BMW M GmbH will in naher Zukunft ein Modell mit OLED-Technologie in Serie bringen.

Meine Meinung: Geile Sache! Vor allem die OLED-Technologie, die macht den Weg frei für völlig neue Design-Experimente in Sachen Lichttechnik, spart Strom und ist sogar Umweltverträglich. Nun müssen nur noch die Preise sinken, aber das werden sie, früher oder später. Ich vermute: Später!

Mein ganz persönliches CES 2015 Highlight: Ein Kenwood Aufkleber!

Die älteren von euch werden die Kenwood Aufkleber noch kennen. Die klebten in den 80er Jahren auf fast jeder Heckscheibe, wenn da nicht Philips oder Sony stand. JVC könnte es auch gewesen sein und inzwischen hat ja JVC und Kenwood eine Kooperation.

Auf der CES 2015 zeigt die JVCKENWOOD Kooperation ein interessantes Konzept für ein digitales Cockpit und spätestens jetzt musste ich an Knight Rider denken und das obwohl das System in Zusammenarbeit mit McLaren entwickelt wurde und dementsprechend auch in einem McLaren 650 S verbaut ist.

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Seit Juli 2013 arbeitete die JVCKENWOOD Kooperation an der Verschmelzung von Infotainment und Optoelektronic, sprich Kameras und Projektoren um die eierlegende Wollmilchsau zu erstellen.

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Ein digitales Cockpit-System welches z.B. über Head-up Displays verfügt, welches auf die Kameras / Rückfahrkameras / zugreifen kann, welches die Geschwindigkeiten oder andere Motordaten anzeigen kann und welche auch während der Fahrt als digitale Rückspiegel dienen können.

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Das Ziel? Weniger Ablenkung des Fahrers, mehr Sicherheit im Straßenverkehr und vermutlich auch etwas mehr Umsatz, aber das halte ich persönlich vollkommen für legitim. Ich finde so ein System gut, der Blick gehört auf die Straße, wenn ich den Blick nur einmal kurz absenken muss um in die Rückspiegel zu blicken oder auf dem Head-up Display die Geschwindigkeit zu checken finde ich das fantastisch. Ich habe mir drüben bei MobileGeeks ja bereits so meine Gedanken gemacht über die Automobile Zukunft, wer mag kann da ja mal mitdiskutieren.

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Warum der MINI Cooper S mich gestern auf 180 gebracht hat…

…lest ihr jetzt! Als Jan mir gestern den MINI Cooper S brachte war er richtig genervt. Daran Schuld? Nicht etwa der Tagesverlauf, auch nicht der verspätete Flug, nein der MINI. Obwohl er nicht mit Fernlicht fuhr, blendeten viele andere Verkehrsteilnehmer auf um ihm halt genau das vorzuwerfen. Als ich Jan dann gestern Abend nach Hause gebracht habe um den Testwagen zu übernehmen ging es mir dann so. Wer mal in einer Werkstatt gearbeitet hat, sieht recht schnell am Lichtbild wann die Scheinwerfer zu hoch stehen. So war das nun auch beim MINI Cooper S.

Nachteil der modernen Licht-Technik? Man kann diese nicht mehr manuell herunter drehen, dafür gibt es Sensoren. Andere Verkehrsteilnehmer fühlten sich geblendet und einer sogar derartig provoziert, dass er mich zunächst überholen ließ um sich anschließend mit Lichthupe zu revanchieren, mich hupend zu überholen, mir die Funktionaliät seiner Nebelschlussleuchte zu präsentieren und mich dann auf Tempo 80 (auf der Autobahn) abzubremsen. Unter uns? Ich war auf 180! Damit meinte ich nicht die Geschwindigkeit!

Heute Morgen habe ich Kind 1.0 zur Schule gebracht und dabei wieder “blendend ausgesehen” – die Scheinwerfer gen Himmel gerichtet hätten vermutlich einige Piloten gedacht, dass sie den Landeanflug auf Hannover verpasst hätten. Ich kann euch beruhigen, hier in Bielefeld ist keine Boeing gelandet, vermutlich haben die Piloten gestreikt – so wie die Technik vom MINI.

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Nach einem freundlichen Hinweis vom örtlichen Polizisten, das ich mein Fernlicht eingeschaltet hätte fuhr ich dann zur MINI Werkstatt. Das hatte ich natürlich sowieso vor, denn a) blende ich ungern andere Verkehrsteilnehmer, weil ich genau weiß wie beschissen das Gefühl ist und b) wollte ich natürlich auch wissen, was da kaputt ist.

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Resultat? Der Sensor hatte eine Schraube locker, bzw. war diese abgerissen. Das Bauteil wurde dann Instand gesetzt und ich würde sagen ich resette mich nun einmal und starte meine Beziehung zum MINI Cooper S einmal neu. So wie sich die Lichteinstellung vom Xenon-Licht auch immer neu einstellen sollte.

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By the way: Eine Stunde meiner kostbaren Lebenszeit habe ich dafür bei der Werkstatt verbracht! MINI Teil – MAXI Aufwand? Der Service bei BMW Becker-Tiemann war, wie immer, erstklassig! Irritiert bin ich nur von der Tatsache, dass ich nun schon zum dritten Mal dort war und ich privat weder einen BMW noch einen MINI besitze. Wollen die mich testen? ;)

Ihr wollt mehr MINI – Stoff? Kein Problem. Wie wäre es mit der MINI Ausstellung im BMW Museum in München? Da kann ich euch zwei Beiträge ans Herz legen. Zum einen meinen im Drive-Blog aber auch den vom Jan Gleitsmann, der hat mir nämlich die Fotos zur Verfügung gestellt und ich mach mir dann in den kommenden Tagen mal mein eigenes Bild vom neuen MINI Cooper S!